Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die ergänzend zur normalen Ernährung eingenommen werden. Sie werden beispielsweise als Pulver, Tabletten, Kapseln oder in flüssiger Form angeboten. Sie enthalten Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenextrakte, in konzentrierter Form. Die ausgewählten Rohstoffe können pflanzlicher Natur sein, wie z.B Calcium aus Seegras oder tierischen Ursprungs sein, wie z.B Fischöl.

Nahrungsergänzungsmittel können unter anderem folgende Stoffe enthalten:

  • Vitamine, wie Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E,
  • Mineralstoffe, wie Magnesium, Calcium, Zink, Eisen
  • Fettsäuren, wie Omega 3-, Omega 6 Fettsäuren
  • Meeresalgen, wie Chlorella, Spirulina
  • Pflanzliche Wirkstoffe, wie Ingwer, Zimt
  • Eiweißbestandteile, wie Leucin, Valin, Isoleucin

Nahrungsergänzungsmittel müssen als solche gekennzeichnet sein. Folgende Angaben müssen ersichtlich sein:

  • Empfohlene tägliche Verzehrmenge, die nicht überschritten werden sollte
  • Menge und Dosis der Inhaltsstoffe
  • Warnung, dass sie nicht in Reichweite von Kindern aufzubewahren sind
  • Hinweis, dass Nahrungsergänzungsmittel eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen können

Der Nährstoffgehalt in Lebensmitteln sinkt

Unsere Lebensmittel haben sich in den letzten Jahren merkbar in ihrer chemischen Zusammensetzung verändert. Eine Orange liefert beispielsweise nur noch ein Achtel Vitamin A, Brokkoli liefert 8% weniger Kupfer, Tomaten enthalten drei Viertel weniger Calcium und Weizen verlor die Hälfte seines Mineralstoffgehalts (Quelle http://urgeschmack.de).

Unsere Nahrung wird immer energiereicher und gleichzeitig nährstoffärmer. Es mangelt an Mikronährstoffen (Mineralien und Vitaminen). Dies könnte ein nicht zu unterschätzender Faktor für Übergewicht sein. Diese These stützt sich darauf, dass der Körper schneller wieder Hunger meldet , da er nicht die nötige Menge an Nährstoffen bekommt.

Ein weiterer Aspekt ist die Zunahme der Lebensmittelproduktion und die damit einhergehende Überbeanspruchung unserer Böden. So werden heutzutage in der konventionellen Landwirtschaft immer weniger Nährstoffe an eine größere Anzahl von Pflanzen abgegeben. Saurer Regen und landwirtschaftliche Düngemittel lassen zusätzlich noch die Böden übersäuern, was zu weiteren Nährstoffverlusten führt (Quelle utopia.de).

Viele Lebensmittel enthalten Anti-Nährstoffe

Anti-Nährstoffe sind natürliche oder synthetische Stoffe, die die Absorbtion von Nährstoffen behindern und so Nährstoffmängel hervorrufen können.

Beispiele:

Phytinsäure bindet Mineralien, wie Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer und Zink. Dies führt dazu, dass diese Mineralien nicht mehr vom Magen-Darm-Trakt absorbiert werden können. Zu finden ist die Phytinsäure in Getreide, Bohnen, Nüssen und Samen. Um den Effekt zu reduzieren, sollten beispielsweise Bohnen vor der Zubereitung eingeweicht werden. Außerdem zeigte sich, dass die Einnahme von Vitamin C der Phytinsäure entgegenwirkt.

Oxalsäure und Oxalat binden Calcium und verhindern die Absorbtion in den Körper. Spinat, Rhabarber und Tee enthalten diesen Stoff. Durch Kochen kann der Anteil erheblich gesenkt werden.

Glucosinolate verhindern die Aufnahme von Jod, sodass die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigt wird. Sie sind z.B. in Brokkoli, Grünkohl und Radieschen enthalten.

Lektine sind unverdauliche Proteine, die in größeren Mengen die Magenwand beschädigen können. Sie sind z.B in Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Tomaten und Getreide enthalten. Wie schon bei der Oxalsäure, lässt sich der Gehalt an Lektinen durch Kochen reduzieren.

Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt mit diesen Stoffen leider nicht, da sie in fast allen Lebensmitteln zu finden sind. Durch die richtige Zubereitung lässt sich der negative Effekt aber stark reduzieren. (Quellen Wikipedia.org, precisionnutrion.com).

Oxidativer Stress nimmt zu

Bei erhöhtem oxidativen Stress herrscht ein Ungleichgewicht zwischen freien Radikalen und Radikalfängern (Antioxidantien). Freie Radikale sind Atome oder Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Um ihr fehlendes Elektron zu ersetzen, bedienen sie sich dafür bei anderen Molekülen. Dadurch wird der geregelte Ablauf der Stoffwechselvorgänge beeinträchtigt.

Unser Körper kann grundsätzlich gut mit oxidativem Stress umgehen. Doch bei erhöhtem Auftreten entstehen vermehrt Beeinträchtigungen der Stoffwechselvorgänge. Beispiele für die Entstehung von oxidativem Stress sind u. a.:

  • Schlafmangel
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • Vitalstoffarme Ernährung
  • Körperlicher und Psychischer Stress
  • Erhöhter Zuckerkonsum

Fazit

An erster Stelle muss gesagt werden, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Wunder bewirken. Sie sollen ausschließlich der Unterstützung dienen. Ein aktiver Lebensstil und eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse stellt die Grundvoraussetzung für jeden gesunden Körper dar. Dennoch muss gesagt werden, dass Nahrungsergänzungsmittel einen berechtigten Platz in unserer Ernährung einnehmen, da es aus den oben genannten Gründen immer schwieriger wird, alle essentiellen Nährstoffe zu sich zu nehmen.