Plastik ist in unserer heutigen Gesellschaft kaum weg zu denken. Fast überall wird man damit konfrontiert. Die Umweltverschmutzung durch Plastik und die negativen Folgen für den Menschen sind enorm.

Plastikarten

Polyethylen; PE

PE ist ein durchsichtiger und widerstandsfähiger Kunststoff. Es schmilzt bereits bei 80 Grad Celsius und ist UV-Licht gegenüber unbeständig. PE ist mit einem Anteil von 38 Prozent der weltweit am meisten verbrauchte Kunststoff. Dieses Material ist z.B. Bestandteil fast aller Folienprodukte wie Frischhaltefolien, Müllbeutel, Tragetaschen, Milchkartonbeschichtungen.

Polypropylen; PP

PP besitzt ähnliche Eigenschaften wie PE, ist aber hitzebeständiger. Es schmilzt bei einer Temperatur von 140 Grad Celsius. Polypropylen ist der am zweithäufigsten verwendete Kunststoff. Eingesetzt wird es z.B. bei der Innenausstattung für PKW, für Flaschenverschlüsse, Becher (für Milchprodukte), in der Chirurgie bei Leistenbrüchen, etc.

Polyvinylchlorid; PVC

PVC ist ein sehr langlebiger und wasserabweisender Kunstoff. Er wird in Hart- und Weich- PVC unterteilt. PVC findet Verwendung in z.B Kreditkarten, Garten und Campingmöbeln, Kabelummantelungen, Fensterrahmen, etc.

Polyethylenterephtalat; PET

PET ist der Grundstoff für Plastikflaschen. Es wird aber auch in der Textilindustrie eingesetzt. PET gibt das in größeren Mengen giftige Acetaldehyd ab. Trotz Recycling erhöhte sich die Produktionsmenge von PET bis 2016 auf 56 Millionen Tonnen. 2008 lag diese noch bei 40 Millionen Tonnen.

Gesundheitliche Risiken für den Menschen

Mikroplastik

Mikroplastik sind kleine Plastikteile, die eine Größe von < 5mm haben. Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik. Primäres Mikroplastik sind kleine Kugeln, die bereits in der Größe produziert werden. Es befindet sich z.B. in Zahnpasta, Peelings, etc.

Sekundäres Mikroplastik entsteht meist durch chemischen (z.B UV Strahlen) oder altersbedingten Zerfall. Da es nicht biologisch abbaubar ist, wird es im Laufe der Zeit immer kleiner. Es ist die Hauptquelle des im Ozean befindlichen Plastiks.

Mikroplastik kann gesundheitliche Risiken bergen, da es als Teil der Nahrungskette wieder in den menschlichen Organismus eintreten kann. Die Gefahr geht nicht vom Mikroplastik direkt aus, sondern von den giftigen Stoffen, die es aufnimmt.

Polychloriertes Biphenyl (PCB) ist eine der Chemikalien, die sich in Plastikteilen ansammelt. Fische halten die kleinen Partikel fälschlicherweise für Plankton und fressen diese.

Diese Fremdkörper werden zum Großteil wieder ausgeschieden, doch die Giftstoffe bleiben im Körper. Die Toxine lagern sich nämlich meistens im Fettgewebe ab.

Der Mensch, der bekanntlich am Ende der Nahrungskette steht, ist somit dem größten Risiko ausgesetzt, beispielsweise kontaminierten Fisch zu sich zu nehmen. Dies kann zu chronischen Vergiftungen führen.

Bisphenol A

Diese Chemikalie ist ein Grundstoff, der zur Herstellung einiger Plastiksorten wie Polyvinylchlorid (PVC) oder Polycarbonat (PC) dient. Die Verwendung von BPA ist vielfältig. Sie reicht von Thermopapier (z.B Fahrkarten) über Konservendosen bis zu Babyschnullern.

Die Effekte auf den Körper können sich bei Kindern und Erwachsenen unterscheiden. Bei Kindern kann eine erhöhte Aufnahme von BPA zu hormonellen Störungen führen, die sich auf die Entwicklung auswirkt. Außerdem können Schäden am Nervensystem auftreten.

Bei erwachsenen Frauen kann BPA zur Unfruchtbarkeit führen. Bei Männern kann es die Spermienanzahl reduzieren sowie deren Funktion verändern.

Phthalate

Da Plastik verschiedene Einsatzgebiete hat, werden je nach Anforderung an das Material (z.B um die Dehnbarkeit und Flexibilität zu gewährleisten) sogenannte Phthalate (Weichmacher) zugesetzt.

Diese Stoffe lösen sich aus dem Material, wenn sie UV Licht ausgesetzt sind. Eines der bekanntesten Verwendungsbeispiele für Phthalate sind PET Flaschen. Im Falle der PET Flaschen gelangen diese Stoffe dann in den Inhalt der Flaschen und werden zu sich genommen.

Phthalate können ähnliche negative Auswirkungen wie Bisphenol A haben.

Plastik und die Folgen für die Umwelt

Die Umweltverschmutzung durch Plastik ist eines der größten Probleme des 21. Jahrhunderts. In asiatischen und afrikanischen Ländern ist die Situation besonders schlimm. Da ein Großteil dieser Länder kein Müllentsorgungssystem besitzt, landet der meiste Müll auf der Straße oder in Flüssen, welche ins Meer münden. Hier ein paar Zahlen dazu:

  • Die Hälfte allen jemals hergestellten Plastiks wurde in den letzten 15 Jahren produziert
  • Die Produktion stieg von 2.3 Millionen Tonnen in 1950 auf 448 Millionen Tonnen in 2015
  • Jedes Jahr landen 8 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen
  • Plastik zersetzt sich erst nach etwa 350-400 Jahren
  • In einem Quadratkilometer Meerwasser befinden sich 18.000 Plastikteile

Auch die Tierwelt ist betroffen

Millionen von Tiere sterben jährlich durch die Folgen von Plastik. Rund 700 Tierarten sind davon betroffen. Meerestiere wie Schildkröten oder Delphine ersticken beispielsweise qualvoll in zurückgelassenen Fischernetzen oder an den Plastikringen von Six-Pack- Verpackungen.

Vögel verenden mit vollen Mägen aus Plastik, da sie dieses nicht verdauen können und verhungern. Fast jede Seevogelart konsumiert Plastik.

Plastik wird auch von Landtieren wie Elefanten, Tigern, Zebras etc. gefressen, was in manchen Fällen zum Tod führt.

Mikroplastik wurde in mehr als Hundert verschiedenen Arten von Meerstieren gefunden z.B. in Fisch, Shrimps und Muscheln.

Fazit

Das Überangebot an Kunststoffwaren, die keinen wirklichen Nutzen erfüllen, wie Dekoartikel, etc. ist enorm. Wir werden früher oder später auf einen Teil unseres Komforts verzichten müssen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Der Kapitalismus zerstört unsere Sicht auf das große Ganze. Da die meisten Unternehmen gewinnorientiert denken, werden bessere Alternativen zu Plastik gar nicht erst in Betracht gezogen. Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden. Wir, die Kunden, stehen in der Verantwortung, nachhaltigere Verpackungen zu fordern .

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5026908/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4360475/
https://www.fosbos-straubing.de/rethink/
https://de.wikipedia.org/wiki/Polypropylen
https://de.wikipedia.org/wiki/Polyethylen
https://www.nationalgeographic.com/environment/habitats/plastic-pollution/