Seit vermehrt verarbeitete Lebensmittel Einzug in unsere Ernährung erhalten haben, konsumieren wir auch mehr Kalorien. Im Schnitt sind es etwa 10 Prozent mehr als noch vor 25 Jahren. Das mehr an Kalorien kommt ausschließlich durch den in den verarbeitenden Lebensmitteln enthaltenden Zuckeranteil zustande. Zucker ist günstig und besitzt einen Dopamin ausschüttenden Effekt wie beispielsweise Drogen.

Doch Zucker ist nicht gleich Zucker. Glukose ist zum Beispiel der wichtigste Energieträger unseres Stoffwechsels. Jede lebende Zelle auf der Erde verwendet Glukose als Energieträger. Glukose ist aber kein essentieller Nährstoff, da der Körper es selbst aus Proteinen und Fetten synthetisieren kann. Ein minimaler Anteil der Glukose wird in der Leber zu Fett verstoffwechselt. Dieser Anteil ist aber so gering, dass er zu vernachlässigen ist.

Die meisten verarbeiteten Lebensmittel enthalten aber andere Zuckerarten wie beispielsweise Saccharose oder Glukose-Fruktose-Sirup. Diese Arten von Zucker sind weitaus problematischer, da sie zur Hälfte Fruktose enthalten. Wir nehmen dadurch relativ hohe Mengen an Fruktose auf. Außerdem wird Fruktose nur in der Leber verstoffwechselt. Der Abbau von Fruktose in der Leber führt zu oxidativem Stress und Entzündungsreaktionen im Körper.

Etwa 30 Prozent der konsumierten Fruktose werden in der Leber zu Fett verstoffwechselt. Bei Glukose sind es etwa 2-3 Prozent. Außerdem gibt es, im Gegensatz zu Glukose, im Körper keinen biochemischen Prozess, der Fruktose benötigt. Früchte sind hingegen unbedenklich, da durch die hohe Nährstoffdichte und die enthaltenen Ballaststoffe eine übermäßige Einnahme von Zucker vermieden wird. Außerdem enthalten die meisten Obstsorten relativ wenig Fruktose (ausgenommen sind Trockenfrüchte).

Bei übermäßigem Zuckerkonsum kommt es dazu, dass unser Sättigungshormon (Leptin) welches unseren Appetit bremst, nicht mehr richtig funktioniert. Wir werden nicht mehr richtig satt. Daraus folgt, dass wir mehr essen, als wir benötigen. (Quellen: sugar the bitter truth, gesundheitsforschung-bmbf.de)

Übergewicht ist nur die Spitze des Eisberges

Übergewichtige Personen sind besonders gefährdet am so genannten Metabolischen Syndrom zu erkranken. Das Metabolische Syndrom ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Krankheitsbilder, die meistens gleichzeitig auftreten. Folgende Symptome sind z.B.:

  • Bluthochdruck
  • gestörter Fettstoffwechsel
  • Insulinresistenz und daraus resultierender erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Übergewicht mit erhöhter Fettverteilung in der Bauchgegend

Jedes einzelne dieser Symptome erhöht das Risiko für Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, sowie Schädigung der Blutgefäße. Es leiden etwa 30-35 Prozent der Deutschen am Metabolischen Syndrom, mit steigender Tendenz. Männer und Frauen sind im gleichen Maße betroffen. (Quelle: internisten-im-netz.de)

Metabolisches Syndrom und Diabetes Typ 2

Etwa 7 Milionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes. Mehr als 90 Prozent davon leiden an Typ 2 Diabetes. Diese Form der Diabetes ensteht häufig durch einen ungesunden Lebensstil, mit zu viel verarbeiteten Lebensmitteln und zu wenig Bewegung. Dies begünstigt wiederum das Risiko, am Metabolischen Syndrom zu erkranken. Besonders die Insulinresistenz gilt als Hauptursache für Diabetes Typ 2.

Bei einer Insulinresistenz reagieren die Zellen im Körper mit verminderter Sensitivität auf Insulin. Die Bauchspeicheldrüse muss deshalb immer mehr Insulin produzieren, was schließlich zur Erschöpfung dieser führt. Insulin sorgt dafür, dass unser Blutzuckerspiegel sinkt, nachdem wir zuckerhaltige Lebensmittel zu uns genommen haben. Dies geschieht, indem Insulin die Zellen zur Aufnahme von Glucose aus dem Blut anregt.

Wenn dieser Prozess gestört ist, wie es bei der Insulinresistenz der Fall ist, tritt weniger Glukose in die Zelle ein. Durch die gleichzeitige verminderte Insulinfreisetzung der Bauchspeicheldrüse, steigt der Glukosespiegel im Blut langsam an. Die Folge ist Typ 2 Diabetes. Wird die Diabetes Typ 2 frühzeitig erkannt, kann sie rückgängig gemacht werden. In einer britischen Studie mit 58 Patienten konnten durch eine strikte Diät und einem deutlichen Verlust an Körpergewicht bei 40 der Patienten, die Diabetes rückgängig gemacht werden. Bei den restlichen 18 Patienten konnte keine Verbesserung festgestellt werden. Die Diabetes bestand bei Ihnen im Schnitt 1,1 Jahre länger, was die Vermutung nahelegt, das die frühzeitige Erkennung der Diabetes Typ 2 von großer Bedeutung ist.

(Quelle http://diabetes-deutschland.de, http://diabetesinformationsdienst-muenchen.de)